Systemische Paartherapie
Paartherapie aus systemischer Sicht betrachtet das Paar als ein vernetztes Beziehungssystem, in dem Konflikte oder Probleme nicht aus individuellen Defiziten der Partner*innen entstehen, sondern aus gegenseitigen Interaktionsmustern, Kommunikationskreisläufen und unterschiedlichen Perspektiven. Sie arbeitet immer mit beiden Partner*innen gemeinsam, um diese Dynamiken sichtbar zu machen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und neue, ressourcenstarke Wege des Miteinanders zu entwickeln – ohne Schuldzuweisung.
Grundprinzipien
Das Paar wird als selbstorganisierendes System gesehen, dessen Verhalten immer wechselseitig ist: Handlungen von Partner*innen lösen Reaktionen beim anderen aus, die wiederum den ersten beeinflussen (z. B. ein Vorwurf von A→ führt zu Rückzug bei B → A zeigt noch mehr Vorwurf). Systemische Paartherapie setzt hier gezielt an!
Lösungs- und ressourcenorientiert werden wieder Stärken in der Beziehung erkannt, fokussiert und gefördert. Jede Paarbeziehung ist geprägt von verbindenden, einzigartigen Geschichten, die verstanden und gewürdigt werden wollen, statt linear nach der Urschuld der Probleme zu suchen. Als Therapeutin begleite ich Sie während der Sitzungen stets allparteilich-neutral: Beide Sichten werden gleichwertig einbezogen, um Empathie, Verständnis und Perspektivenwechsel zu ermöglichen.
Ablauf und Ziele
Die Paarsitzungen starten mit der Auftragsklärung „Was möchten Sie zusammen als Paar in der Therapie erreichen?“, gefolgt von einer Analyse der Muster, hilfreichen Interventionen und regelmäßiger Evaluation.
Für einen fortschrittlichen therapeutischen Prozess, finden die Termine 2-3 wöchentlich zu 90 Minuten statt.
Ziele einer Paartherapie können sein: bessere Kommunikation, Konfliktlösung, Stärkung der Bindung und Prävention von Eskalationen, z. B. bei Treuefragen, Sexualität oder Alltagsstress bzw. Rollenkonflikten.
Paartherapie eignet sich besonders, wenn beide Partner*innen dazu motiviert sind, gemeinsam an ihrer Beziehung zu arbeiten und diese wieder mit mehr Qualität zu erleben.
Paarsitzungen können überdies hinaus auch Trennungsprozesse konstruktiv unterstützen. Sie können helfen, Verletzungen zu minimieren, das Gefühlschaos zu ordnen und einen respektvollen, fairen Abschied zu ermöglichen. Auch am Ende einer Beziehung können verbesserte Kommunikationsmuster helfen, notwendige Absprachen sachlicher zu treffen. Besonders wenn Kinder involviert sind, können Sitzungen dazu beitragen, elterliche Konflikte zu begrenzen und die Trennung zum Wohl der Kinder konstruktiv zu bewältigen. Es wird Raum geschaffen, um gemeinsam auf die Zeit zurückzublicken, das Schöne zu würdigen und die Entfremdung zu verstehen.
Häufige Fragen & Antworten
Was ist systemische Paartherapie?
Sie betrachtet das Paar als System mit zirkulären Mustern (z. B. Vorwurf-Rückzug-Kreisläufe) und fördert gegenseitiges Verständnis ohne Schuldzuweisung.
Wann lohnt sich systemische Paartherapie?
Bei Kommunikationsproblemen, Sexuellen Störungen, Treuefragen oder Alltagsstress, wenn beide motiviert sind. Auch in der Trennungsphase können Paarsitzungen hilfreich und entlastend sein.
Was zeichnet systemische Paartherapie-Sitzungen aus?
Termine zu 90 min mit Fokus auf praktische Veränderungen im Alltag.